Warum schmerzen Gelenke nachts, obwohl sie nicht belastet werden?
Nachts fallen äußere Ablenkungen weg, wodurch das Nervensystem Schmerzreize ungedämpft registriert. Doch es gibt handfeste anatomische Gründe: In Seitenlage lastet bei Schulterschmerzen oft der direkte Druck des Oberkörpers auf der entzündeten Sehne. Bei Hüft- und Knieschmerzen sinkt das obere Bein ab und erzeugt einen unangenehmen Torsionszug auf Kapsel und Iliotibialband. Zudem deuten nächtliche Ruheschmerzen auf floride Entzündungsprozesse im Knochenmark oder der Synovialis hin.
Schulter, Hüfte und Knie: Häufige nächtliche Problemzonen
Bei der Schulter ist oft eine Schleimbeutelentzündung (Bursitis subacromialis) oder Kalkschulter die Ursache dafür, dass Liegen auf der betroffenen Seite unmöglich wird. Bei fortgeschrittener Knie- oder Hüftarthrose kommt es zu Stauungsschmerzen im Knochenmark (Knochenmarködem), die als dumpfer Dauerschmerz tief im Gelenk wahrgenommen werden.
Optimierung der Schlafhaltung
Ein Kissen zwischen den Knien in Seitenlage hält Becken, Hüfte und Knie in einer neutralen Achse und verhindert schmerzhaften Knorpelkontakt. Bei Schulterbeschwerden stützt ein unter den Ellenbogen gelegtes Kissen in Rückenlage den Arm ab und nimmt den Zug vom Schulterdach. Bei anhaltenden nächtlichen Schmerzen ohne Vorbelastung sollte immer ärztlich untersucht werden.
„Gelenke leben von rhythmischer Be- und Entlastung. Bewegung ist keine Gefährdung, sondern die physiologische Voraussetzung für Knorpelernährung und Schmerzfreiheit.“
Wann zum Arzt?
Sollten die Beschwerden plötzlich ohne erkennbaren Anlass einschießen, nach einem Sturz auftreten, mit Rötung, Hitzegefühl, sichtbarer Schwellung oder Taubheitsgefühlen einhergehen, ist eine zeitnahe orthopädische oder rheumatologische Diagnostik unerlässlich.