Was kann helfen? Behandlungsmöglichkeiten im Überblick
Die moderne Gelenktherapie setzt auf ein multimodales, gestuftes Vorgehen. Das Fundament bilden immer nicht-operative, aktive Maßnahmen zur Schmerzlinderung und Funktionsverbesserung.
Regelmäßige Bewegung
Passende, rhythmische Bewegung wie Gehen, Radfahren oder Schwimmen regt die Knorpelernährung an und fördert die Ausschüttung körpereigener Schmerzhemmer (Endorphine). Sie bildet das Fundament jeder evidenzbasierten Arthrose-Leitlinie.
Physiotherapie & Krankengymnastik
Physiotherapeuten analysieren Fehlhaltungen, mobilisieren verklebte Gelenkkapseln mit manuellen Techniken und erarbeiten ein maßgeschneidertes Kräftigungsprogramm für die gelenkführenden Muskeln.
Medikamentöse Schmerztherapie
Entzündungshemmende Schmerzmittel (wie NSAR) oder schmerzlindernde Gele können akute Schmerzspitzen dämpfen, um die Teilnahme an Bewegungstherapie überhaupt erst zu ermöglichen. Immer unter ärztlicher Begleitung.
Injektionen ins Gelenk
Gezielte Injektionen von Hyaluronsäure zur Viskosupplementation, Cortison bei stark floriden Ergüssen oder thrombozytenreichem Plasma (PRP). Die Wirkung variiert individuell und hängt von Stadium und Gelenk ab.
Hilfsmittel & Orthopädie-Technik
Bandagen zur Propriozeptionsförderung, dämpfende Schuheinlagen zur Achsenkorrektur sowie Gehstöcke entlasten gewichttragende Gelenke um bis zu 30 % des Körpergewichts.
Operation & Gelenkersatz (TEP)
Kommen infrage, wenn konservative Verfahren über Monate ausgeschöpft sind und ein hoher Leidensdruck mit extremer Alltagseinschränkung besteht. Moderne Knie- und Hüftendoprothesen weisen hervorragende Haltbarkeiten auf.
Das Stufenmodell der Leitlinien
Nationale Leitlinien empfehlen übereinstimmend: Zuerst Information, Schulung, Gewichtsmanagement und Bewegung. Bei Bedarf physiotherapeutische Begleitung und temporäre Schmerzmedikation. Erst wenn alle konservativen Optionen über mindestens 3 bis 6 Monate keinen ausreichenden Erfolg zeigen, sollte die Indikation zu operativen Eingriffen geprüft werden.