Wie Belastungsschmerz im Gelenk entsteht
Ein Belastungsschmerz tritt immer dann auf, wenn die einwirkende mechanische Kraft die momentane physiologische Belastbarkeit des Gewebes übersteigt. Bei geschädigtem Knorpel wird der Druck direkt an den darunterliegenden Knochen (subchondrale Knochenplatte) weitergegeben, der reich mit sensiblen Schmerzfasern versorgt ist. Bei Überlastung reagiert der Knochen mit Mikroeinbrüchen und Reizungen.
Differenzierung: Muskuläre Überlastung vs. Gelenkschaden
Nicht jeder Schmerz bei Anstrengung rührt aus dem Gelenkinneren. Häufig sind es die Sehnenansätze (Enthesen), die bei ungewohntem Training überreizt reagieren. Ein klassisches Beispiel ist der Schmerz an der Außenseite des Ellenbogens nach intensivem Schrauben oder Gartenarbeit. Während Muskelschmerzen nach 48 Stunden meist abklingen, bleibt ein gelenkbedingter Belastungsschmerz oft über Wochen reproduzierbar.
Belastungssteuerung nach der 24-Stunden-Regel
In der Rehabilitation gilt die bewährte 24-Stunden-Regel: Eine leichte Zunahme der Beschwerden während oder kurz nach dem Training ist tolerierbar (bis max. 4 auf einer 10-teiligen Schmerzskala). Wenn der Schmerz jedoch am nächsten Morgen noch deutlich stärker ist als vor dem Training, war die Dosis zu hoch. Reduzieren Sie dann Dauer oder Intensität, anstatt ganz mit dem Bewegen aufzuhören.
„Gelenke leben von rhythmischer Be- und Entlastung. Bewegung ist keine Gefährdung, sondern die physiologische Voraussetzung für Knorpelernährung und Schmerzfreiheit.“
Wann zum Arzt?
Sollten die Beschwerden plötzlich ohne erkennbaren Anlass einschießen, nach einem Sturz auftreten, mit Rötung, Hitzegefühl, sichtbarer Schwellung oder Taubheitsgefühlen einhergehen, ist eine zeitnahe orthopädische oder rheumatologische Diagnostik unerlässlich.