Knie · MEDIZINISCHE HINTERGRÜNDE

Schmerzen beim Treppensteigen: Warum jede Stufe zur Hürde wird

Treppauf geht es mühsam, treppab schmerzt es oft noch mehr. Warum Stufen die Kniescheibe extrem beanspruchen.

Schmerzen beim Treppensteigen: Warum jede Stufe zur Hürde wird

Enorme Hebelkräfte auf die Kniescheibe

Beim Beugen des Knies unter Last wird die Kniescheibe wie über einen Flaschenzug mit enormer Kraft in ihre knöcherne Gleitrinne am Oberschenkel gepresst. Beim Treppenabsteigen wirken Kräfte, die dem Drei- bis Fünffachen des Körpergewichts entsprechen. Ist der Knorpel an der Kniescheibenrückseite gereizt oder dünner (Retropatellararthrose), führt dies zu stechendem Schmerz.

Treppauf vs. Treppab: Unterschiedliche Belastungsmuster

Beim Treppensteigen nach oben muss der Oberschenkelmuskel konzentrische Arbeit leisten – der Schmerz entsteht durch die reine Muskelzugkraft. Beim Hinabsteigen muss der Muskel exzentrisch bremsen. Diese Bremskraft erzeugt extreme Spitzenbelastungen im Knorpel. Hinzu kommt oft eine Schwäche der Gesäßmuskulatur, wodurch das Knie nach innen abknickt (funktionelles Valgus-Muster).

Tipps zur praktischen Entlastung

Nutzen Sie immer das Geländer, um Last auf die Arme zu verteilen. Setzen Sie den Fuß ganzflächig auf die Stufe, anstatt nur mit dem Vorfuß aufzusetzen – das aktiviert die Gesäßmuskeln. Bei akuten Schmerzen hilft der Leitspruch: 'Mit dem gesunden Bein ins Himmelreich (treppauf), mit dem schmerzenden Bein in die Hölle (treppab)'.

„Gelenke leben von rhythmischer Be- und Entlastung. Bewegung ist keine Gefährdung, sondern die physiologische Voraussetzung für Knorpelernährung und Schmerzfreiheit.“

Wann zum Arzt?

Sollten die Beschwerden plötzlich ohne erkennbaren Anlass einschießen, nach einem Sturz auftreten, mit Rötung, Hitzegefühl, sichtbarer Schwellung oder Taubheitsgefühlen einhergehen, ist eine zeitnahe orthopädische oder rheumatologische Diagnostik unerlässlich.


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