Was bei einer Kniearthrose im Gelenk passiert
Bei der Gonarthrose verliert der Gelenkknorpel über Jahre hinweg an Elastizität und Dicke. Aufgerautes Gewebe reibt aneinander, Knorpelabriebpartikel reizen die Innenhaut der Gelenkkapsel, was zu wiederkehrenden Entzündungen (aktivierte Arthrose) führt. Als Reaktion auf den Druck bildet der darunterliegende Knochen knöcherne Auswüchse (Osteophyten), um die Auflagefläche zu vergrößern.
Die vier Stadien der Gonarthrose nach Kellgren-Lawrence
Mediziner teilen die Kniearthrose in vier Stadien ein: von Grad 1 (minimale Knorpelauflockerung, diskrete Knochenanbauten) über Grad 2 und 3 (deutliche Gelenkspaltverschmälerung, Knorpelschäden) bis hin zu Grad 4 (vollständiger Knorpelverlust mit direktem Knochenkontakt). Wichtig: Das Stadium im Röntgenbild korreliert oft erstaunlich wenig mit den tatsächlichen Alltagsschmerzen!
Evidenzbasierte Säulen der Behandlung
Nationale und internationale Leitlinien (wie OARSI und DEGAM) stellen aktive Bewegung an erste Stelle: Gezieltes Krafttraining für den Oberschenkel, aerobes Ausdauertraining, Gewichtsreduktion bei Übergewicht sowie Patientenschulung. Schmerzmittel und Injektionen dienen lediglich als temporäre Brücke, um die Bewegungsfähigkeit wiederherzustellen.
„Gelenke leben von rhythmischer Be- und Entlastung. Bewegung ist keine Gefährdung, sondern die physiologische Voraussetzung für Knorpelernährung und Schmerzfreiheit.“
Wann zum Arzt?
Sollten die Beschwerden plötzlich ohne erkennbaren Anlass einschießen, nach einem Sturz auftreten, mit Rötung, Hitzegefühl, sichtbarer Schwellung oder Taubheitsgefühlen einhergehen, ist eine zeitnahe orthopädische oder rheumatologische Diagnostik unerlässlich.